|
Samstag, den 31. Juli 2010 um 09:32 Uhr |
Musiker aus Leidenschaft
Der Spielmanns und Fanfarenzug Fürstenau
von Amina Vieth
Fürstenau. Acht Jahrzehnte im Namen der Musik - der Spielmanns- und Fafarenzug Fürstenau ist eine feste Institution des Ortes und aus der Gemeinde nicht wegzudenken. Aus einem Fanfarenzug mit anfangs 14 Mitgliedern entwickelte sich eine Musikergemeinschaft mit drei Zügen, die deutschlandweit Rang und Namen bei zahlreichen Meisterschaften hat.
Musiker aus Leidenschaft sind die Mitglieder des Spielmanns- und Fanfarenzugs Fürstenau. Voller Überzeugung stehen sie hinter der Musik, die sie auf Schützenfesten und anderen Festen in der Region zum Besten geben. Ihre Stärke: Märsche. "Wir sind der Meinung, ein Spielmannszug sollte auch Spielmannsmusik spielen. Deswegen spielen wir auch hauptsächlich auf Schützenfesten", betont der Vorsitzende Michael Pryswitt. Mit rund fünf Schützenfesten und noch vielen weiteren Dorf- und Gemeindeveranstaltungen in der Region Höxter ist der Musikverein vor allem zur Sommerzeit gut ausgelastet. Ihre Musik wird immer wieder gerne von den Besuchern der Feierlichkeiten gehört. Mit ihrem Fanfarenspiel haben sie schließlich mehr zu bieten als ein normaler Spielmannszug. Mit beiden Instrumenten ausgerüstet, schreiten die Frauen und Männer in der warmen Jahreszeit nahezu jedes Wochenende zur Tat. Jedes der ingesamt 30 Stücke aus ihrem Repertoire wird auswendig gespielt. Das fehlerfreie Spiel bedarf regelmäßiger Übung. "Wir üben einmal in der Woche, sowohl Register- als auch Gesamtprobe. So wird das beste Ergebnis erzielt", weiß Pryswitt aus Erfahrung. Er selbst spielt seit 1976 im Verein und weiß, wie viel Arbeit und Fleiß in dem Werdegang des Musikvereins steckt. "Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm der Militärmusiker Wilhelm Elbert die Ausbildung der Spielleute. Seiner intensiven Übungsleitung war es zu verdanken, dass der Verein begann an zum Teil überregionalen Spielmanns-Wettstreiten teilzunehmen. 1956 in Rheine und 1957 in Detmold belegten sie bereits den ersten Platz", berichtet der leidenschaftliche Musiker. Mit den ersten Wettstreiten wurde der Kampfgeist bei den Musikern geweckt, der auch noch bis heute ähnelt. Das Antreten bei den Wettbewerben der Spielmmans- und Fanfarenzüge ist mittlerweilen eine feste Tratiotion. "Wir haben Spaß daren, bei den Wettstreiten teilzunehmen und auch den nötigen Ehrgeiz. Wir proben fleißig dafür, zwei Mal die Woche, und haben auch Sonderproben auf dem Sportplatz, um die Marschformation für den Wettkampf einzustudieren", betont der erste Vorsitzende. Um auch weiterhein stark vertreten zu sein bei Auftritten und Wettstreiten, freut sich der Verein über jedes neue Mitglied und vor allem über die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen für die Spielmannsmusik. "Unser Jugendzug zählt 46 Mitglieder", berichtet Pryswitt erfreut. "Oft sind die Eltern oder Geschwister schon Mitglied im Verein. Mit sechs Jahren können die Kleinen dann auch aktiv dabei sein", erklärt der Spielmann. Mit ihrem eigenen Übungs- und Vereinsheim, dass der Verein vor kurzem einweihte (NW berichtete) beginnt für die Musiker eine neue Ära. Sie hoffen darauf, auch in den nächsten Jahrzehnten ihrem guten Ruf gerecht zu werden und die Menschen noch lange mit ihrer Musik erfreuen zu können.
Schon viermal Deutscher Meister
Gegründet wurde der Verein 1930. Augebildet wurden die ersten Spieler von August Weisse aus Albaxen und Wilhelm Lüke aus Vörden. Der erste Tambourmajor war Franz Loges. Mittlerweilen besteht der Musikverein aus einem Jugen-, Stamm- und Seniorenzug mit insgesamt 118 aktiven und 71 passiven Mitgliedern. Ihr Fleiß und gutes Spiel zeigt sich vor allem in den zahlreichen Pokalen, die der Verein sein eigen nennen kann. Darunter vier Titel als Deutscher Meister und dutzende Auszeichnungen als Landes-, Kreis- und Bezirksmeister. Bei der vergangenen Deutschen Meisterschaft in Rastede erreichte der Fanfarenzug den fünften Platz. "Wir sind zufrieden mit der Platzierung. Der Wettkampf fand auf einem sehr hohen Niveau statt. Wir sind unter anderem gegen den amtierenden Europameister und den ehemaligen Deutschen Meister angetreten, sie haben auch die Plätze vor uns belegt", berichtet Pryswitt. Auch beim nächsten Mal wir der Spielmanns- und Fanfarenzug wieder dabei sein Und dann möchten sie einen noch besseren Platz belegen. (av) |
|
PDF-Version [Quelle Text und Bild: Neue Westfälische Zeitung vom 29.07.2010]
|