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Fürstenauer feiern Karneval am Dom Drucken E-Mail

Fürstenauer feiern Karneval am Dom

Spielmanns- und Fanfarenzug sorgt für Stimmung in Köln

 

VON LENA HILMER

Fürstenau/Köln. Der Spielmanns- und Fanfarenzug Fürstenau steht schon in den Startlöchern und freut sich, am Rosenmontag beim Kölner Karneval für die Kölner Prinzengarde spielen zu dürfen. Bereits im vergangenen Jahr waren 28 Mitglieder des Vereins bei dem fast sechs Stunden dauernden Umzug mitmarschiert. Dieses Jahr werden sogar 55 Mitglieder dabei sein.

Der Spielmanns- und Fanfarenzug Fürstenau besteht seit 1930 und hat zurzeit 202 Mitglieder, die jüngsten sind sechs Jahre alt. Seit etwas zehn Jahren ist Michael Pryswitt erster Vorsitzender des Vereins. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehören unter anderem Auftritte in anderen Ortschaften, beispielsweise in Ovenhausen und seit 2010 zählt auch der Kölner Karneval dazu.

Recht kurzfristig hatte im letzten Jahr ein Scout der Kölner Prinzengarde aufgrund einer im Vorjahr stattgefundenen Meisterschaft den Spielmannszug Fürstenau kontaktiert und die Teilnahme am Umzug vorgeschlagen. Der Vorschlag wurde angenommen und so marschierten 28 Teilnehmer kurz hinter dem Dreigestirn durch die Kölner Innenstadt.

Da in diesem Jahr etwas mehr Zeit zur Planung zur Verfügung stand, werden nun 55 Mitglieder im Alter von 15 bis45 Jahren dabei sein. Bereits im späten November hatte in Köln die Einkleidung stattgefunden. Die Prinzengarde stellt dem Verein die sehr kostspieligen Uniformen zur Verfügung. Gleichzeitig bot sich auch die Möglichkeit den Turm der Prinzengarde einmal genauer und von innen zu betrachten, was laut des ersten Tambour-Majors Tobias Wittrock "sehr interessant und beeindruckend" war.

Der allgemeine Ablauf wird so wie im letzten Jahr gehandhabt. Um acht Uhr morgens ist am Rosenmontag Abfahrt. Mit dem Bus geht es nach Köln, wo der Umzug um 10.30 Uhr startet. Da der Fürstenauer Spielmannszug als einer von insgesamt fünf Spielmannszügen am Ende marschiert, ist der Umzug bereits unterwegs, wenn die Musiker noch im Bus sitzen. Gleich nach der Ankunft am Turm der Prinzengarde findet ein kurzes Treffen statt. Es gibt Erfrischungen und der Umzug wird im Fernsehen mitverfolgt bis es an der Zeit ist sich einzureihen. Gegen 13 Uhr ist der Zug dann voll ausgefüllt und hat eine Länge von ungefähr sechseinhalb Kilometern erreicht.

Das Besondere am Kölner Karneval ist in erster Linie die Größe der Veranstaltung. Die an sich breiten Straßen wirken wie enge Gassen, wenn sie von Besuchern gesäumt und von Festwagen ausgefüllt sind. Es herrscht reges Treiben und nicht selten kommt es vor, dass sich Touristen mit den Teilnehmern des Umzuges fotografieren lassen oder auch selbst einmal die Instrumente zur Hand nehmen möchten. Als Teilnehmer des Umzugs wird man automatisch Bestandteil der Unterhaltung und erlebt die Veranstaltung somit aus einer einzigartigen Perspektive.

Gespielt wird Fanfarenmusik, da diese zum einen lauter ist als Spielmannszugmusik und zum anderen auch vom Publikum erwartet wird. Es gibt keine direkten Vorgaben, was die Lieder anbelangt, und somit wird das allgemeine Repertoire gespielt. Auch Stimmungslieder und "wann immer eine Kamera in der Nähe ist" der Fehrbelliner-Marsch gehören mit dazu. Zwischendurch gibt es auch kurze Ruhepausen, in denen nicht gespielt, aber natürlich dennoch weiter marschiert wird. Nach gut sechs Stunden sind die Mitglieder dann auch dementsprechend erschöpft. "Es macht Spaß, aber es ist natürlich auch harte Arbeit", sagt Tobias Wittrock. "Das wird einem aber erst hinterher so richtig bewusst."

Die Teilnahme am Umzug ist zum einen für die Mitglieder ein besonderes Erlebnis. So wird doch gesagt, an drei Orten werde wahrer Karneval gefeiert, nämlich in Rio, Venedig und in Köln. Man ist hautnah dabei, was man von klein auf im Fernsehen mitverfolgt hat und dies nicht nur als Zuschauer, sondern als Bestandteil der Veranstaltung. So bedeutet das Mitwirken am Kölner Karneval auch für den Verein eine größere Präsenz in der Öffentlichkeit.

 

Der Turm

Der Turm der Prinzengarde ist Teil der Überreste der staufischen Stadtmauer Kölns. Er wurde 1980 von der Kölner Prinzengarde erworben und restauriert. 1981 wurden Teile des Turms durch ein Feuer zerstört, aber die Gardisten machten es sich zur Aufgabe den Turm erneut wiederherzustellen. Von hier aus startet der Spielmannszug Fürstenau seinen Umzug.(lh)

Picture Köln 

[Quelle Text: Neue Westfälische Zeitung, 01.02.2012]

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 19:36 Uhr
 
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